Auch im Oktober 2003 hat es keinen Crash an den Aktienbörsen dieser Welt gegeben, sehr zum Unmut der Pessimisten. Die Marktteilnehmer nutzten sogar das immer noch niedrige Kursniveau zum Einstieg und sorgten mit ihren Käufen für ordentliche Zuwächse. Schon die Geschichte lehrt uns, dass es keinen Crash auf Ansage gibt. Im zurückliegenden Monat lag das Hauptaugenmerk auf den Quartalsberichten der Unternehmen. Was uns dort geboten wurde lässt sich wahrlich sehen. Immerhin konnten fast zwei Drittel der Firmen die Prognosen übertreffen. Enttäuschungen blieben die Ausnahme. Dass solche Ergebnisse im eher traditionell schwachen Sommerquartal erzielt wurden, ist bemerkenswert. Was zudem noch erfreute ist die Tatsache, dass die Unternehmensbosse mit optimistischen Ausblicken für das laufende Quartal glänzen konnten. Die Auftragsbücher füllen sich langsam wieder und viele Firmen haben ihre Kosten in den Griff bekommen. Nach der Durststrecke der vergangenen Monate klingt das wie Musik in unseren Ohren. Zyklische Aktien und insbesondere die Technologiewerte gehörten zu den stärksten Gewinnern. Was tief fällt muss stark steigen. Bei den Technos wiederum fiel die Chipbranche positiv aus dem Rahmen. Anziehende Preise und steigende Nachfrage brachten die Kurse zum Laufen. Das Schlimmste sollte hier der Vergangenheit angehören. Die Chipindustrie gilt für uns als wichtiger Indikator für die gesamte Wirtschaft. Die kleinen Bauteile finden ja in fast allen Lebensbereichen ihre Verwendung. Klassenprimus Intel überzeugte mit seinem Zahlenwerk auf der ganzen Linie. Bei den gescholtenen Internetaktien ragte das Portal Yahoo heraus. Die Schätzungen für das Jahresende haben keinen Bestand mehr. Dieses Mal werden sie jedoch nicht unterboten, sondern übertroffen. Volkswirtschaftliche Indikatoren beeindruckten ebenfalls. Die noch vor kurzer Zeit trostlose Situation am Arbeitsmarkt entspannt sich. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gehen permanent zurück. Noch dazu möchte das Technologieunternehmen IBM zehntausend neue Stellen schaffen. Außerdem wuchs die Wirtschaft im dritten Quartal mit Rekordtempo so stark wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Der US-Immobilienmarkt zeigt sich ebenso robust. Verkäufe von bestehenden und neuen Häusern steigen an. Diese Tatsache stützt die These, dass das Vertrauen in die eigene Wirtschaft wieder zunimmt. Wie sonst könnte man diese Iangfristigen Investitionen, die eine Menge Kapital binden, deuten. Die wichtigste Botschaft für den Aktienmarkt überhaupt war nur am Rande zu vernehmen. Dass, die amerikanische Notenbank die Zinsen unverändert lässt ist erwartet worden. Greenspan sagte aber auch, dass dies für längere Zeit noch so bleiben werde. Der Faktor Geld bleibt billig und steht somit Börse und Wirtschaft in ausreichendem Maße zur Verfügung. Nicht nur in den Vereinigten Staaten häufen sich aufmunternde Neuigkeiten. Selbst in Deutschland tut sich etwas. Banken, denen viele vor geraumer Zeit noch eher einen Konkurs zugetraut hätten, schreiben wieder schwarze Zahlen. Die Kursreaktionen fielen demgemäß saftig aus. Die besseren Resultate wurden aber mit verwirrenden Umstrukturierungen, Mitarbeiterabbau und zahlreichen Filialschließungen erkauft. Das dabei die Qualität der Beratung auf der Strecke bleibt, dazu muss man kein Prophet sein. Am Ende muss der Kunde die Zeche bezahlen und schaut in die Röhre. Das deutsche Vorzeigeunternehmen in Sachen Technologie, SAP, überraschte in allen Belangen positiv. Zusätzlich konnte der viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex das sechste Mal in Folge zulegen. Im Vergleich zu den vorhergehenden Betrachtungen beurteilten die Unternehmen nicht nur ihre zukünftige Entwicklung zuversichtlicher sondern auch das aktuelle Umfeld. Nach den jüngsten Anstiegen der Börsen wird natürlich überall diskutiert wie es jetzt weitergeht. Wir bleiben auf mittlere Sicht optimistisch für den Aktienmarkt. Die Ampel der Liquidität bleibt durch die zuletzt getroffenen Zinsentscheidungen auf grün. Die psychologische Verfassung des Börsenpublikums bessert sich durch die hier genannten Meldungen. Wenn beide Bereiche positiv sind, ist dies die beste Voraussetzung für weiter steigende Notierungen. Die fehlende Euphorie und die den Kursaufschwung begleitende Skepsis untermauert diese Erwartung. Solange die Pessimisten sich immer wieder zu Wort melden und in den Medienforen einen Platz eingeräumt bekommen muss es uns über die derzeitige Entwicklung nicht bange werden. Achten Sie bitte aber immer wieder auf die entsprechende Qualität bei Ihren Anlagen. Die Dynamik bei den Kursbewegungen der letzten Monate offenbart schonungslos die Stärken und Schwächen Ihrer Fonds und Einzelwerte. Bei unterdurchschnittlicher Wertentwicklung sollte kritisch der Wechsel in eine erfolgreichere Anlage überprüft werden. Sie haben nichts zu verschenken. In diesem Sinne freuen wir uns auf das Jahresendgeschäft. Die Börse könnte es den Unternehmen gleich tun und mit der einen oder anderen positiven Überraschung aufwarten. Bleiben Sie engagiert und nutzen Sie Rückschläge zu Käufen. |