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Impulse 10/2003

 

Aus unserem Archiv:
hier die Ausgabe vom Oktober 2003

Sehr stark begonnen aber auch stark nachgelassen, dass ist ein treffendes Fazit für den zurückliegenden Monat. Mitte September konnten wir uns noch über neue Jahreshöchststände bei den meisten Aktienindizes freuen. Der bis dahin gesehene Anstieg hatte in seiner Intensität und Schnelligkeit einen schon fast einmaligen Charakter. Aus diesem Grunde ist die derzeitige Korrektur als sehr gesund zu bezeichnen. Letztlich wurden die Kurssteigerungen schon wieder von zu viel Optimismus begleitet. Für die zuletzt aufgesprungenen Börsianer hätte die Aufwärtstendenz in diesem Tempo weitergehen können. Das wäre Gift für den Markt und das Letzte was wir jetzt brauchen können. Für Euphorie gibt es bei aller Zuversichtlichkeit für die mittelfristige Wirtschafts- und Börsenentwicklung keinen Grund. Die Neuigkeiten von der Konjunkturfront bleiben durchwachsen. Die aus den USA im August veröffentlichten Zahlen deuteten auf eine recht starke Belebung der Wirtschaftsaktivitäten hin. Diese Fakten wurden in diesem Monat wieder etwas relativiert. Sie liefern Expansionssignale in abgeschwächter Form. Das ist kein Beinbruch, da kein neues Wirtschaftswunder über Nacht vom Himmel fallen kann. Das Sorgenkind in den Staaten bleibt der Arbeitsmarkt. Die Situation hat sich hier aber mittlerweile im positiven Sinne etwas beruhigt. Für eine Entwarnung, ist es noch zu früh. Der Börsianer sollte die Entwicklung genau im Auge behalten. Eine fundierte Gesundung der Ökonomie wird ohne Stabilisierung in diesem Bereich nicht funktionieren können. Gründe, den Kopf nicht in den Sand zu stecken sind durchaus vorhanden. Was uns hier zuversichtlich stimmt, ist die Tatsache, dass der Arbeitsmarkt sehr spät auf die zurückliegende Wirtschaftsschwäche negativ reagierte. Aus diesem Grunde kann man von den Unternehmenslenkern nicht erwarten, dass sie auf die ersten zaghaften Belebungsanzeichen auf Teufel komm raus neues Personal einstellen. Nach vielen Fehleinschätzungen in der Vergangenheit kann man sich neuerliche Ausrutscher nicht mehr leisten. Erst bei einer Bestätigung der jüngsten Besserungstendenzen werden die Firmenchefs bereit sein, den Personalbestand aufzustocken. Das Fazit für die USA lautet, Erholung ja, aber mit leicht angezogener Handbremse. Zwischenzeitlich gibt es selbst in Europa und Asien kleine Lichtblicke. In der Eurozone konnte der so genannte Reuters-EMI Index für die Industrie das vierte Mal in Folge steigen und zeigt zudem mit einer Punktezahl von über fünfzig endlich wieder Wachstum an. In Deutschland legte der viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex nun schon fünf Mal hintereinander zu. In Japan verbreitete ein positiver Tankan-Bericht gute Laune. Bei allen Schwarzsehern, Weltuntergangspropheten und notorischen Pessimisten gibt es genug gute Gründe ein Optimist zu bleiben. Die letzten Tage haben eindrucksvoll gezeigt, dass eine ausgewogene Streuung nach Regionen und Branchen innerhalb des Aktienportfolios unerlässlich für ein erfolgreiches Abschneiden an den Börsen bleibt. Bei der regionalen Sichtweise ist aufgefallen, dass die Kursverluste an den schwachen Tagen in Deutschland prozentual doppelt so hoch ausgefallen sind wie in den Vereinigten Staaten. Zusätzlich zeigt dieser Sachverhalt sehr deutlich in welchen Landen die größeren Angsthasen sitzen. Die statt gefundene Branchenrotation beweist zusätzlich, dass nur der Investor richtig von einer Aufwärtsbewegung profitiert, der auf verschiedene Pferde setzt. Technologie, Finanzwerte, Maschinenbau, Chemie, Automobile und Rohstoffwerte, alle haben sie nach und nach von den Käufen der Marktteilnehmer profitiert. Das mittelfristige Szenario für eine weitere Aufwärtsbewegung bleibt intakt. Bestände sollten gehalten und stärkere Rückschläge als Kaufgelegenheit genutzt werden. Bei den Zinsen gibt es nicht viel Neues. Die Notenbanken ließen die kurzfristigen Sätze unverändert. Bei längerfristigen Zinsanlagen (ab 4 Jahre) haben die Renditen noch kein Niveau erreicht, was eine Investition in diesem Laufzeitbereich als sinnvoll erscheinen lässt. Unsere Empfehlung lautet: kaufen Sie Staats- und Unternehmensanleihen bester Bonität mit maximal drei bis vier Jahren Anlagedauer. Chaotisch, geht es abermals an den Rohstoff- und Devisenmärkten zu. Der Euro gewinnt an Stärke und keiner weiß warum. Die USA bleibt unser Konjunkturfavorit und das wird sich auch in den Währungsgefügen zu einem natürlich nicht im Vorhinein bekannten Zeitpunkt niederschlagen. Die Region mit dem stärksten Wirtschaftswachstum zieht über kurz oder lang die größten Geldströme an. Zusätzlich lassen Sie uns an dieser Stelle noch folgende Erläuterung abgeben; nur ca. 5% der täglichen Devisentransaktionen dienen dem tatsächlichen Warenaustausch und die übrig gebliebenen 95% werden für Devisenspekulationen genutzt. Das es hier zu Verzerrungen kommen muss, liegt auf der Hand. Beim Öl führte die Ankündigung der OPEC, die Förderquoten zu senken, zu einer kleinen Preisexplosion. Dass dabei die Psyche eine bedeutende Rolle spielt, zeigt folgende Ergänzung, die bei fast niemandem Berücksichtigung findet. Staaten wie Russland; die nicht zum Ölkartell gehören, können die Verknappung locker durch zusätzliche Förderung ausgleichen. Sie sind nicht an die vorgegebenen Kontingente gebunden. Bei dem derzeitigen Preis lassen sich gute Gewinne erzielen. Und das werden sich die die Nichtmitgliedsstaaten nicht nehmen lassen.

Eine Preisberuhigung beim schwarzen Gold sollte aus diesem Grunde möglich sein. Was den generellen Ausblick angeht können wir uns auf einen heißen Oktober gefasst machen. Es ist Quartalsberichtssaison. Wir sind gespannt auf die eine oder andere positive Überraschung. Optimismus verbreitet die Tatsache, dass im Vorfeld auf ein Unternehmen was vor schwächeren Ergebnissen warnen musste, sieben Firmen kamen, die ihre Prognosen nach oben setzen konnten. In diesem Sinne; ziehen wir uns nicht so warm an für die kommenden Tage!


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