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Impulse 9/2003

 

Aus unserem Archiv:
hier die Ausgabe vom September 2003

Das war ein guter Sommer! Wir können uns weder über das Wetter noch über die Kursverläufe an den Aktienmärkten dieser Welt beschweren. Rund um den Globus haben die verschiedensten Indizes neue Jahreshöchststände erreicht. Diese Entwicklung hat wieder ein erstarkendes Interesse an Aktienanlagen zur Folge. Das spüren wir in den Kundengesprächen und Diskussionen bei unserer täglichen Arbeit. Die dabei am häufigsten gestellte Frage lautet: „Kann denn das so weiter gehen?“ Es kann! Die Geldmengen, die für mögliche Aktienkäufe zur Verfügung stehen, sind weiterhin immens. Unseren Dax könnte diese Liquidität locker Richtung 10.000 Punkte treiben. Der ständige Wettbewerb mit Anlagealternativen und die immer noch stark ramponierte Psychologie verhindern dies. Aus diesem Grunde müssen diese wesentlichen Faktoren näher untersucht werden. Im festverzinslichen Bereich sind bei den kurzen Laufzeiten nach wie vor keine Blumentöpfe zu gewinnen. Das wird so bleiben bis die Notenbanken ihre ersten Zinserhöhungen durchführen. Auf kurze Sicht ist dies nicht absehbar. Mit dem falschen Signal zum falschen Zeitpunkt würden die Zentralbanker ein schlechtes Zeichen setzen. Erst wenn die Konjunktur weiter an Fahrt gewinnt wird dieser Schritt unvermeidbar sein. Am langen Ende ist die Situation eine etwas andere. Seit März haben die Renditen deutlich zugelegt. Mit nicht mal 4 % p.a. Verzinsung bei fünf Jahren Laufzeit kann man aber noch niemandem hinter dem Ofen hervor locken. Sollte in fernerer Zukunft wieder eine 5 vor dem Komma stehen, sähe das schon anders aus. Von dieser Seite droht dem Aktienmarkt bei den derzeitigen Zuwächsen keine Konkurrenz. Eine weitere Investitionsmöglichkeit stellt der Immobiliensektor dar. Jedoch stehen die Renditen in diesem Bereich durch die Liquiditätsschwemme der letzten Jahre stark unter Druck. Die ganz fetten Zeiten sind vorbei, positive Ausreißer die Ausnahme. Nur Projekte oder Fonds mit hervorragendem Lageportfolio erzielen zufrieden stellende Ergebnisse. Das Risiko bei der Mehrzahl der Produkte übersteigt das Chancenpotential. Auch hier fehlt uns die Phantasie, dass diese Anlageform den Aktien den Rang ablaufen kann. Lassen Sie sich durch die aufgeführten Fakten zu keinen riskanten Spekulationsmanövern hinreißen, was bedeuten würde, dass ein Großteil Ihres Vermögens in Dividendentiteln fließt. Eine ausgewogene Mischung je nach Risikonatur und den persönlichen Zielen ist unabdingbar. Mit unseren Ausführungen wollen wir lediglich die nicht – bzw. in Aktien unterinvestierte Anleger darauf aufmerksam machen, die Gesamtrendite Ihres Vermögens durch entsprechende Maßnahmen zu steigern. Schlussfolgernd können wir feststellen, dass der Aktienmarkt im Anlagespektrum bei aller Schwankungsbreite die höchsten Gewinnerwartungen in Aussicht stellt. Dieser Punkt wird entscheidend für die Richtung der Geldströme sein. Die Liquidität bleibt das „A“ und „O“ für eine Investitionsentscheidung für oder gegen Aktien. Schon Kostolany zitierte den musizierenden Zigeuner mit den Worten: „Ka Geld, ka Musik“. In diesem Zusammenhang darf man die Rolle der Wirtschaft an sich nicht unterschätzen. Sie vermag es in Boomphasen den Börsen das Lebenselixier Geld am stärksten zu entziehen. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht der Fall. In den letzten Jahren mussten die Unternehmen ihre Kapazitäten gnadenlos an die sinkende Nachfrage anpassen. Desinvestitionen waren die Folge. Gegenwärtig wartet die Mehrzahl der Unternehmenslenker eine Bestätigung der ersten zahlreichen Konjunkturerholungssignale ab. Danach werden sie, um die steigende Nachfrage bedienen zu können ihre Produktion ausdehnen müssen. Dieser Kapazitätsaufbau erfordert höchsten Kapitalbedarf. Dieses Geld wird dann für Aktienkäufe nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Wirtschaft selbst ist also eine nicht zu unterschätzende „Konkurrenzanlage“ zu anderen Investments. Mit diesem detaillierten Einblick wollen wir unsere positive Grundstimmung für die weitere Börsenentwicklung zum Ausdruck bringen. Wie schon angedeutet mehren sich die Anzeichen einer Wirtschaftsbelebung. Auf volkswirtschaftlicher Ebene bestechen bei der Weltwirtschaftslokomotive USA die Daten zu den Auftragseingängen (Umsätze von morgen!), zur Arbeitsproduktivität sowie bei der Aktivität im verarbeitenden und nichtverarbeitenden Gewerbe. Diese Frühindikatoren waren schon in der Vergangenheit ein verlässliches Signal für einen folgenden Aufschwung. Darüber hinaus beurteilen Technologieriesen wie Intel und Cisco Systems ihre Geschäftslage optimistischer. Dies hatte Signalwirkung für den gesamten Technologiesektor. Titel aus diesen Branchen zählten mit Kursgewinnen im deutlich zweistelligen Bereich zu den stärksten Profiteuren. Selbst nach den letzten Anstiegen gewichten wir die Technos beim risiko- bewussten Anleger über. Darüber hinaus sollten Sie liebe Leser an Ihren qualitativ hochwertigen Aktienanlagen festhalten oder bei Untergewichtung noch ausbauen. Selbst wenn die „Experten“ vor dem September als einen der schlechtesten Börsenmonate warnen; lassen Sie sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen! Der Markt nimmt keine Rücksicht auf Monate oder Jahreszeiten. Wenn das Umfeld und die Fakten stimmen kann der September noch ein richtiger Sommermonat an der Börse werden. Und wenn nicht, in vier Wochen haben wir dann schon den Oktober.
In diesem Sinne bleiben Sie investiert.


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