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Impulse 7/2003

 

Aus unserem Archiv:
hier die Ausgabe vom Juli 2003

Die Aktie war tot. Es lebe die Aktie. Das Comeback der verschmähten Dividendentitel lässt sich wahrlich sehen. Ganz vorn dabei ist seit den Tiefstständen im März der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem stolzen Zuwachs von fast 50 Prozent. Auch Kursverdoppelungen bei großen Unternehmen wie der Allianz, der Commerzbank und bei Bayer waren in dieser Zeit wieder möglich gewesen.

Wer hatte im damaligen Umfeld so eine Entwicklung für möglich gehalten? Wir kennen, mit Ausnahme einiger erfahrener Börsenprofis, keinen Marktteilnehmer, der auf diese Bewegung setzte. Wenn Sie eifriger Leser unserer IMPULSE oder unserer zahlreichen Veröffentlichungen (Die Welt, Die Ärztezeitung oder Das Wirtschaftsjournal) in den vergangenen Monaten waren, wissen Sie, dass wir entgegen der trostlosen Stimmung des Marktes, mit Leidenschaft der Aktie die Treue geschworen haben. Nicht nur das Halten der Bestände war die Devise, auch zu Käufen von Qualitätstiteln wurde immer wieder geraten. Die Kunden, die uns das Vertrauen geschenkt haben, freuen sich mit uns über die ersten positiven Resultate. Sie kennen sicherlich alle noch die Kursziele der Berufspessimisten. Bis DAX 1.000 wollten sie die Kurse purzeln sehen. Wir sind nicht gescheiter als andere, aber wir haben uns intensiv mit der Börsenvergangenheit beschäftigt. Das „Spiel der Kurse“ wie es zurzeit abläuft, hat es in ähnlicher Weise schon sehr oft gegeben. Die Notierungen stiegen in Zeiten wirtschaftlicher Depression und Schwarzmalerei erst nach einem Ausverkauf wieder an. Es muss für diese Bereinigung nur einen Anlass geben. Diesmal war es der Ausbruch des Irakkrieges. Schön ist es, dass von Euphorie immer noch nichts zu spüren ist. Wir gehen zwei Schritte rauf und einen runter. Das Ganze läuft ab wie im Lehrbuch. Zusätzlich merkt man einen ersten Stimmungsumschwung bei Unternehmern, Investoren und Verbrauchern. Die Zukunft wird positiver eingeschätzt, denn viele Belastungsfaktoren sind weggefallen. Die Meldungen vom Irakkonflikt, SARS, Rezessions- und Deflationsgefahren rücken in den Hintergrund. Es war aber wichtig, diese Dinge bis ins letzte Detail auszuschmücken und so seinen Beitrag zum kollektiven Weltuntergang zu leisten. Die zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsdaten bringen den oben erwähnten Optimismus immer mehr zum Ausdruck. Wenn es jetzt bei den Unternehmensergebnissen zu einer Bestätigung diese Szenarios kommt, werden die Kurse weiter steigen. Es ist noch keine Zeit für Träumerei, aber der Rahmen könnte passen. Die entscheidenden Informationen, die der Investor braucht, bekommt er nicht in der Tagespresse. Er muss selbst recherchieren und zwischen den Zeilen lesen können. Gewinnen Sie den notwendigen Abstand zur täglichen Nachrichtenflut! Liquidität und Psychologie bleiben die wichtigsten Kriterien, die für oder gegen ein Aktienengagement sprechen. Der Faktor Liquidität ist, wenn wir in Ampelfarben sprechen, immer noch dunkelgrün. Bei der Psychologie haben wir von rot auf Richtung hellgelb umgeschaltet. Kommt dieses Grün noch dazu, gibt es für die Kurse kein Halten mehr. Für Käufe am Aktienmarkt ist es lange noch nicht zu spät. Der Begriff „Verkauf“ kommt in unserem Wortschatz zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht vor.

Am Rentenmarkt ist es jetzt zu der erwarteten Korrektur gekommen. Die Kurse der festverzinslichen Papiere kommen zurück und die Renditen sind gestiegen. Bleiben Sie hier nach wie vor auf der Hut und verkürzen Sie Ihre Laufzeiten. Bei Rentenfonds empfehlen wir die Reduzierung langfristig orientierter Produkte und den Kauf von Investments mit kurz- bis mittelfristiger Ausrichtung.

Auf der Währungsseite hat das Nachdenken wieder Einzug gehalten. Der Euro hat von seinen Höchstständen deutlich verloren. Den positiveren Zinseffekt, den die europäische Gemeinschaftswährung noch aufweist können die hierzulande stärkeren ökonomischen Probleme nicht kaschieren. Nach logischen Schlussfolgerungen müsste der Dollar weiter an Stärke gewinnen. Aber was ist an der Börse und vor allen Dingen am Devisenmarkt schon logisch. Eine kleine Beimischung von US – Dollaranlagen in ihrem Depot, ist aus diesem Grunde weiterhin anzuraten. Für die nächsten Wochen ist eine Menge Spannung angesagt. Wie beim Fußball heißt es: „ Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“. Vor ein paar Wochen haben die letzten Unternehmen noch ihre Geschäftszahlen zum vorangegangenen Quartal veröffentlicht. Jetzt stehen die Ergebnisse zur zweiten Berichtsperiode in diesem Jahr im Vordergrund. Positiv ist, dass nur wenige Firmen vor negativen Überraschungen gewarnt haben. Die zentrale Rolle werden allerdings die Zukunftsaussichten der Firmenbosse für das zweite Halbjahr spielen. Auch wenn die Stimmung an den Märkten einmal nicht so rosig ist, lassen Sie sich von der Börsenhektik anstecken. Entscheiden Sie mit uns ruhig, überlegt und gelassen. Sie wissen, die Börse ist keine Einbahnstrasse!
Jetzt wünsche ich Ihnen erst einmal schöne Ferien und ein bisschen Erholung vom Arbeitsalltag. Nutzen Sie die freie Zeit, um einmal in Ruhe über Ihre Anlagen, die Qualität der Betreuung und Ihre künftige Strategie nachzudenken.


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