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Impulse 5/2003

 

Aus unserem Archiv:
hier die Ausgabe vom Mai 2003

Der wichtigste Belastungsfaktor für unsere Aktienmärkte in Form des Irakkonfliktes ist vorerst von unseren Schultern gefallen. Die Börsen reagierten dementsprechend mit Erleichterung. Beim Dax kämpfen wir immerhin schon um die 3000 Punkte und die Technologiebörse Nasdaq konnte ein neues Jahreshoch verzeichnen. Im Gegensatz dazu verlor das Öl drastisch an Wert. Die Geldströme haben sich in den letzten Tagen geändert. Liquidität fließt wieder aus den Krisenanlagen (Rohstoffe, festverzinsliche Anleihen, Geldmarktfonds) hin zum Aktienmarkt. In diesem Zusammenhang stehen natürlich auch die Kurse der festverzinslichen Wertpapiere und der Rentenfonds etwas unter Druck. Bei diesem Sammelsurium an Fakten betrachten wir die Veränderungen beim Schwarzen Gold in Verbindung mit der Konjunkturentwicklung zurzeit als eine vordergründige Komponente. Das mittlerweile erreichte Preisniveau beim Öl stellt eine der wichtigsten Stützen für eine mögliche Wirtschaftserholung dar.

Leider müssen die Marktteilnehmer mit ihrer geschundenen Psyche schon die nächste Hiobsbotschaft verdauen. Das Schreckgespenst heißt SARS. Die heimtückige Krankheit verbreitet in Asien Angst und Schrecken. Das tägliche Leben ist auf den Kopf gestellt. Es wird jetzt befürchtet, dass bei einer Ausweitung der Seuche privater Konsum und Investitionsneigung herbe Rückschläge erleiden. Die Aktienmärkte haben in der Region entsprechend empfindlich reagiert. Der japanische Nikkei - Index erreichte erneut ein Zwanzigjahrestief, von dem er sich nur leicht erholen konnte. Auch die vor Selbstbewusstsein strotzenden Chinesen neigen jetzt zur Panik; sind sie doch am stärksten von Erkrankungsfällen betroffen. In den USA und Europa zeigen sich die Börsen sehr immun. Für die Investoren ist SARS noch ein regionales Problem. Sollten verbreitet Neuerkrankungen auch in diesen Regionen auftauchen wird mit zunehmendem Verkaufsdruck zu rechnen sein. Unter kurzfristigen Gesichtspunkten ist der weitere Krankheitsverlauf aus psychologischer Sicht von größter Bedeutung. Ansonsten ist die Aufwärtsbewegung bei Dow Jones und Dax als sehr gesund zu bezeichnen. Die Erholung ist von geringen Umsätzen und keinerlei Euphorie geprägt. Bei den vorangegangenen Zuwächsen rannten viele Börsianer bei immensen Umsätzen und viel Zuversicht in den Markt und schnell wieder heraus; so konnte keine Aufwärtsbewegung entstehen.

Beim derzeitigen Comeback legten die weltweit führenden Indizes immerhin so stark zu, wie zuletzt im Oktober 2002. Unser Dax führt dabei die Gewinnerliste an. Außerdem befinden wir uns zum jetzigen Zeitpunkt mitten in der Quartalsberichterstattung der Unternehmen. Die Erwartungen der Experten konnten teilweise deutlichst geschlagen werden. Die Firmenlenker hatten es aber auch nicht versäumt, bei jeder Gelegenheit ihre Prognosen zu senken. Die Analystengemeinschaft hatte noch zu Beginn des Jahres nur mit einem Wachstum von 8,3 Prozent gerechnet. Auf Basis der Konsensschätzungen ergibt sich jedoch ein Gewinnwachstum im ersten Quartal von knapp 12 Prozent! Diese tollen Fachleute haben sich also „nur“ um ca. die Hälfte vertan. Die Dollarschwäche wirkt sich bei den amerikanischen Unternehmen wie eine Konjunkturspritze zusätzlich positiv aus. Die von ihnen am Weltmarkt angebotenen Produkte können im Vergleich zu den europäischen und japanischen Waren günstiger angeboten werden. Das verstärkt den Exporttrend und schafft Spielraum für weitere Zuwächse im nächsten Quartal. Die neusten Zahlen von Seiten der amerikanischen Volkswirtschaft sprechen hingegen noch keine eindeutige Sprache. Nach Kriegsende sind jedoch die verbesserten Indikatoren nicht zu überhören. Die US-Notenbank berichtete in ihrem Konjunkturbericht, dem Beige Book, für die Monate März und April von einem eher moderaten Wachstum. Der Ausblick sieht da schon etwas zuversichtlicher aus. Ein stärkeres Vertrauen in die weitere Wirtschaftsentwicklung lies die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter für den Monat März gegenüber dem Vormonat stark ansteigen. Das Vertrauen der Unternehmer in die Wirtschaftsentwicklung steigt. Zusätzlich verzeichnen wir einen deutlichen Stimmungsumschwung bei den amerikanischen Verbrauchern nach Beendigung des Konfliktes im Nahen Osten. Das Verbrauchervertrauen erholte sich von im April von nach unten revidierten 61 Punkten auf 81 Zähler. Dies ist der stärkste Anstieg dieser Kennziffer innerhalb der letzten 12 Jahre. Der private Konsum stellt nach wie vor die größte Position in der amerikanischen Wirtschaft dar. Die Beschäftigtenzahlen bleiben jedoch weiter zu beobachten. Die Arbeitslosenrate ist im April etwas stärker gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat ist ein Anstieg von 5,8 Prozent auf 6% zu verzeichnen. Das ist noch kein Grund zur Panik. Wie Sie wissen, müssen wir hierzulande mit 11% Arbeitslosigkeit zurechtkommen. Bei all den hier aufgeführten Fakten bleibt unser Szenario für einen mittelfristig positiven Börsentrend bestehen. Die qualitativ hochwertigen Aktienanlagen sollten gehalten oder zugekauft werden.


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