Ein ereignisreicher Monat März liegt hinter uns. Wir sahen ein Siebenjahrestief im Deutschen Aktienindex, eine mit Spannung erwartete Regierungserklärung unseres Bundeskanzlers, durchwachsene Unternehmensmeldungen und natürlich den Kriegsausbruch. Der Markt hatte innerhalb kurzer Zeit sehr viele Belastungsfaktoren zu verdauen. Für Sie als Anleger keine einfache Angelegenheit, strategisch die richtigen Entscheidungen aus diesem Potpourri an Nachrichten zu treffen. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle mit unserem vollen Engagement und unserer fachlichen Kompetenz zur Seite stehen. Beginnen möchte ich mit der Reaktion der Märkte auf den Kriegsbeginn. Die Börsen handelten nach dem Motto: „Kaufen, bevor die Kanonen donnern.“ Bereits Tage vor Kriegsbeginn stiegen die Kurse an den weltweiten Handelsplätzen. Das Ende der monatelangen Unsicherheit über den Kriegsausbruch war verflogen. Wir hatten an dieser Stelle schon mehrfach auf dieses Phänomen hingewiesen. Unser DAX legte von seinem Sieben-Jahres-Tief bei 2188 Punkten innerhalb von nur 3 Tagen immerhin um ca. 25% zu. An den wilden Spekulationen über den Ausgang des Krieges möchten wir uns nicht beteiligen. Wir sind wie die meisten von Ihnen keine Militärexperten. Diese liegen mit ihren Einschätzungen genauso gnadenlos schief wie wir es von den selbsternannten Börsengurus schon oft genug gesehen haben. Bereits in den ersten Tagen der Auseinandersetzungen wurden viele Szenarien von Fachleuten und vor allem die Erwartung der US-Regierung auf den Kopf gestellt. Die einzigste Feststellung die man treffen kann, ist, dass auch dieser Krieg einmal ein Ende finden wird. Wann das passiert und mit welchen Konsequenzen wir rechnen müssen, ist unvorhersehbar. Ein mir wesentlicher Punkt sei in diesem Zusammenhang angebracht. Bei den durch die vielen Bilder vermittelten menschlichen Tragödien sollten die in den etablierten Volkswirtschaften im letzten Jahr so hoch gehandelten Probleme an Bedeutung verlieren. Das Glas sollte dann nach Beilegung des Konfliktes sprichwörtlich wieder als halbvoll angesehen werden. Bis dahin wird der Markt sehr sensibel auf jede Neuigkeit von der Kriegsfront nach oben und unten reagieren. Alle anderen Fakten werden in den Hintergrund gedrängt. Einzig der Preisentwicklung des schwarzen Goldes, dem Öl, wird eine nicht zu unterschätzende Rolle für die weitere Wirtschaftsentwicklung zukommen. Im Unternehmenssektor erfahren die Luftfahrt- und Touristikkonzerne wieder eine außergewöhnliche Belastung. Eine Sonderkonjunktur hingegen erleben die von einem Krieg profitierenden Unternehmen. An erster Stelle sind hier US-Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin und General Dynamics sowie Medienfirmen Fox und CNN zu nennen. Zusätzlich wurden makabererweise auch schon etliche Aufträge, vor allem für den Wiederaufbau nach Kriegsende, vergeben. Schon 1991 kurbelte der damalige Golfkrieg die amerikanische Wirtschaft an und verhinderte eine mögliche Rezession. Gestatten Sie mir noch einen Blick ins Inland. Die gewollten aber nicht gekonnten Reformvorschläge unseres Kanzlers versanken schnell in der Bedeutungslosigkeit. Er möchte niemandem wehtun. Mit diesem vorsichtigen Kurs, wird er aber langfristig allen noch stärkere Schmerzen zufügen. Er sollte langsam begreifen, dass sich in den großen Wirtschaftsnationen ein dynamischer Prozess von der Produktionsgesellschaft zur dienstleistungsorientierten Wissens- und Informationsgesellschaft vollzieht. Die Privatisierung staatlicher Aufgabenbereiche sollte zügig durchgeführt und die damit verbundenen Einnahmen im Bildungssektor investiert werden. Ansonsten wird ein Vorankommen noch schwieriger. Im Gegensatz zu anderen Staaten fließt ein viel zu geringer Anteil unseres Bruttoinlandproduktes in Forschung und Entwicklung. Der Wettbewerb ist aber nur durch den entsprechenden Technologievorsprung zu gewinnen. Die Ablehnung des Steuervergünstigungsabbaugesetzes durch den Bundesrat ist ein weiterer Beleg für die chaotische und inkonsequente Finanz- und Steuerpolitik. In dem Durcheinander liegt natürlich bei allem Risiko eine interessante Chance. Deutsche Aktien sind nach den deutlichen Kursrückgängen interessant. Die vielen schlechten Nachrichten haben in- und ausländische Investoren zu starken Verkäufen in der Vergangenheit veranlasst. Demzufolge sind die Abschläge hierzulande im internationalen Vergleich am deutlichsten ausgefallen. Eine Beimischung des deutschen Marktes in ihrem Depot, sollte sich zukünftig für Sie auszahlen. An der Zinsfront gibt es nichts Neues. Die Notenbanken ließen die Leitzinsen unverändert. Der kurze Renditeanstieg der durch die Aktienrallye fand ein schnelles Ende. Die abgezogenen Gelder fanden bedingt durch die Neuigkeiten von der Kriegsfront den Weg zurück in den sicheren Hafen. Dieses Spiel wird sich noch öfter wiederholen. Der Aktienmarkt kann nachhaltig nur von Zuflüssen aus den hohen Rentenbeständen profitieren. Das würde Kursverluste und entsprechend höhere Renditen bei den festverzinslichen Wertpapieren zur Folge haben. Die Notenbanken bestimmen die Kurzfristzinsen. Die Renditen der langen Laufzeiten werden durch die Konjunkturerwartungen bestimmt. Beide Anlageformen, Aktien und Renten gehören in einem sinnvollen Mix neben Immobilien und Cash zu einem ausgewogenen Depot. Bei den festverzinslichen Wertpapieren sollten Sie auf den Schuldner (Rating), die Währung und die verschiedenen Laufzeitenbereiche achten. Wie so ein Anlagenmix ausschauen kann, erfahren Sie selbstverständlich bei unseren Portfoliomanagern. |