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Seit unserer letzten Ausgabe wurden
wir an den Weltbörsen mit extremen Schwankungen konfrontiert. So verlor
zum Beispiel unser Deutscher Aktienindex von seinem Jahreshoch im Mai
bei knapp 6200 Punkten stattliche fünfzehn Prozent. Die Nerven der
Investoren wurden in keinster Weise geschont. Tag für Tag gaben wir bei
großer Dynamik innerhalb kürzester Zeit die angehäuften Jahresgewinne
wieder ab. Zeitweise, war sogar die blanke Panik zu spüren. Besonders
schlimm erwischte es die Emerging Markets, wie Lateinamerika, Osteuropa
und Südostasien. Die Börse in Moskau rauschte allein an einem Tag mit
über 11 Prozent in den Keller. In Bombay musste die Börse auf Grund der
massiven Verkäufe für einige Stunden geschlossen werden. Ähnliche
Turbulenzen mussten die Inhaber von Rohstoffpositionen und regenerativen
Energietiteln über sich ergehen lassen. Bei all diesen stark unter Druck
gekommenen Anlagen hatten wir schon vor einiger Zeit zum Verkauf
geraten. Wie geht es weiter:
Auf kurze Sicht bleiben wir für einen
Ausbruch der Aktienkurse nach oben optimistisch. Der wichtigste Grund
für diese Prognose spiegelt sich in der momentanen Stimmung der
Börsianer wider. Bei der letzten Befragung amerikanischer
Marktteilnehmer wurde tiefster Pessimismus bezüglich der zukünftigen
Börsen- und Wirtschaftsentwicklung festgestellt. Diese Daten waren so
niedrig, wie zuletzt Ende 2002/Anfang 2003. Zu diesem Zeitpunkt standen
wir kurz vor Ausbruch des Golfkrieges und hatten eine der verheerendsten
Abwärtsentwicklungen, die die Börse je gesehen hat, hinter uns. Trotz
dieser schwarzen Stunden kletterten die Kurse ab März 2003 stark nach
oben. Grundlage für dieses „Phänomen" war die Kapitulation der
Marktteilnehmer und vor allen Dingen, deren Schwarzmalerei für die
Zukunft. Dieses Beispiel soll stellvertretend für etliche vergleichbare
Situationen aus der Vergangenheit stehen. Kursaufschwünge entstehen aus
Skepsis, so unlogisch das auch klingt. Pessimistische Börsianer haben
ihre Papiere bereits verkauft. Sie kommen als zukünftiger
Belastungsfaktor nicht mehr in Frage. Sie sitzen auf Liquidität und sind
somit die potentiellen Aktienkäufer, denn nichts ist schlimmer als
steigenden Kursen hinterher zusehen. Diejenigen, die bis jetzt nicht
verkauft haben, sind nervenstark und zählen zu den erfahrenen sowie
langfristig orientierten Strategen. Von ihnen werden zurzeit keine
Verkäufe im größeren Umfang zu erwarten sein. Diese Umstände dürfen aber
nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Faktor Geld über die weiter
stattgefundenen Zinserhöhungen verteuert hat. Börse und Wirtschaft
werden diese Tatsache zu spüren bekommen. Zum Jahresende hin sollten
Auswirkungen erkennbar sein. Die derzeitige Aktienquote wird wegen der
oben dargestellten Prognose beibehalten, spekulativ eingestellt Anleger
können mit ihrer Liquidität noch einmal angreifen. Die von uns schon
seit längerem angekündigte Steigerung der Zinsen an den Rentenmärkten
ist im Gange. Der Bundfuture als hierfür maßgeblicher Index ging von
seinem Höchststand bei knapp 127 Punkten auf vorübergehend 115 zurück.
Durch diese Abwärtsbewegung der Rentenkurse erhöhten sich
dementsprechend die Renditen. Kurze Laufzeiten bis maximal 2 Jahre
sollten den Schwerpunkt bei den festverzinslichen Anlagen haben
(Anlagevorschläge unter-breiten wir Ihnen in der Rubrik ADLATUS
Produkte). Trotz des Zinsvorsprunges der USA neigt der Dollar zur
Schwäche. Dieses Ungleichgewicht wird seinen Ausgleich finden. Aus
diesem Grunde gehört auch unter diesem Aspekt eine Dollaranlage in Ihr
Depot. Der spekulative Investor kann sich vorsichtig in Rohstoffe
engagieren. Schauen Sie sich doch einmal als Alternative zu Gold und Öl
die so genannten Soft Commodities, wie Agrarrohstoffe an. Die Lage bei
den offenen Immobilienfonds hat sich nachhaltig beruhigt. Käufe können
hier wieder vorgenommen werden. |