Impulse 2/2005

 

Aus unserem Archiv:
hier die Ausgabe vom Juni 2005

Während in Deutschland die Börse den vorgezogenen Wahlgang feiert, setzt sich die Seitwärtsbewegung an den internationalen Aktienmärkten fort. Für eine Schrecksekunde sorgten im Aprils Konkursgerückte beim größten Autobauer der Welt, General Motors, sowie politische Konflikte zwischen Japan und China. Diese Meldungen trafen auf eine sehr optimistische Marktstimmung und lösten die Kursrückgänge aus. Die Medien haben wie so oft ihren entscheidenden Beitrag geleistet. Kleine Probleme werden hoch gepuscht als wenn morgen die Welt unter gehen würde. Nur einen Monat später interessiert sich kein Mensch mehr für das Geschwätz von gestern. Mittlerweile konnten die zwischenzeitlichen Rückgänge  wieder kompensiert werden. Der erfahrene Börsianer kennt dieses Phänomen und weiß entsprechend damit umzugehen. Er ändert seine Strategie nur bei absolut grundsätzlichen Veränderungen des Marktumfeldes. Bei den oben angegebenen Fakten war dies nicht gegeben und kopflose Verkaufsaktionen waren der schlechteste Ratgeber gewesen. Das Szenario einer Aufwärtsbewegung bei den Aktien ist intakt und die bereits sehr lange andauernde Seitwärtsbewegung ist ein typisches Merkmal dieses Prozesses. Aktienbestände müssen gehalten beziehungsweise, wie aktuell in Deutschland, ausgebaut werden. Kursrückschläge stellen Kaufgelegenheiten dar. Besonders großes Potential im Aktiensektor sehen wir nach wie vor bei den Technologiewerten. Das Wachstum in diesem Bereich gewinnt an Fahrt. Da in den letzten Jahren auch noch wegen der Wirtschaftsschwäche eine deutliche Investitionszurückhaltung zu verspüren war, werden notwendige Erneuerungsanschaffungen zusätzliche Wachstumsimpulse in diesem Bereich auslösen. Aktien von Chipherstellern und -ausrüstern  bieten im besonderen Maße gute Einstiegsniveaus. Anleger mit gutem Nervenkostüm richten ihr Augenmerk auf die hochinteressanten Nanotechnologiewerte. Wer bei der nächsten technischen Revolution dabei sein möchte, sollte hier investieren.

Euro sowie Öl befinden sich auf dem Rückzug und wirken beruhigend auf die zuletzt erhitzten Börsengemüter. Das angeblich so riesige Handelsbilanzdefizit der USA stört die selbst ernannten Währungsexperten auf einmal überhaupt nicht mehr. Aus unserer Sicht kann man sich vortrefflich über die tatsächliche Existenz dieses Defizits in einer globalisierten Welt streiten. Zusätzlich konnte der Dollar von den Mittelzuflüssen in Folge des in den USA gegenüber Europa herrschenden Zinsvorsprunges profitieren. Die warme Jahreszeit sowie zuletzt höher als erwartet ausgefallene Lagerbestandsdaten sorgten für Entspannung an den Ölmärkten.

Wieder einmal machen die von uns „heiß geliebten“ Hedgefonds im negativen Sinne von sich Reden. Dass dieses Mal ein prominenter Name in diesem Zusammenhang auftaucht, sorgt für zusätzliche Brisanz. Mit einer Milliarde US Dollar soll das größte deutsche Geldhaus beteiligt sein. Bis jetzt wird gerüchteweise von einer Schieflage des betreffenden Hedgefonds gesprochen. In wie weit es zum Kollaps kommen könnte und wie hoch die gesamten Engagements sind, ist noch unklar. Wir können an dieser Stelle nur erneut darauf hinweisen, dass diese Anlageform erhebliche und oft nicht kontrollierbare Risiken mit sich bringt.