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Während in Deutschland die
Börse den vorgezogenen Wahlgang feiert, setzt sich die Seitwärtsbewegung
an den internationalen Aktienmärkten fort. Für eine Schrecksekunde
sorgten im Aprils Konkursgerückte beim größten Autobauer der Welt,
General Motors, sowie politische Konflikte zwischen Japan und China.
Diese Meldungen trafen auf eine sehr optimistische Marktstimmung und
lösten die Kursrückgänge aus. Die Medien haben wie so oft ihren
entscheidenden Beitrag geleistet. Kleine Probleme werden hoch gepuscht
als wenn morgen die Welt unter gehen würde. Nur einen Monat später
interessiert sich kein Mensch mehr für das Geschwätz von gestern.
Mittlerweile konnten die zwischenzeitlichen Rückgänge wieder
kompensiert werden. Der erfahrene Börsianer kennt dieses Phänomen und
weiß entsprechend damit umzugehen. Er ändert seine Strategie nur bei
absolut grundsätzlichen Veränderungen des Marktumfeldes. Bei den oben
angegebenen Fakten war dies nicht gegeben und kopflose Verkaufsaktionen
waren der schlechteste Ratgeber gewesen. Das Szenario einer
Aufwärtsbewegung bei den Aktien ist intakt und die bereits sehr lange
andauernde Seitwärtsbewegung ist ein typisches Merkmal dieses Prozesses.
Aktienbestände müssen gehalten beziehungsweise, wie aktuell in
Deutschland, ausgebaut werden. Kursrückschläge stellen Kaufgelegenheiten
dar. Besonders großes Potential im Aktiensektor sehen wir nach wie vor
bei den Technologiewerten. Das Wachstum in diesem Bereich gewinnt an
Fahrt. Da in den letzten Jahren auch noch wegen der Wirtschaftsschwäche
eine deutliche Investitionszurückhaltung zu verspüren war, werden
notwendige Erneuerungsanschaffungen zusätzliche Wachstumsimpulse in
diesem Bereich auslösen. Aktien von Chipherstellern und -ausrüstern
bieten im besonderen Maße gute Einstiegsniveaus. Anleger mit gutem
Nervenkostüm richten ihr Augenmerk auf die hochinteressanten
Nanotechnologiewerte. Wer bei der nächsten technischen Revolution dabei
sein möchte, sollte hier investieren.
Euro sowie Öl befinden
sich auf dem Rückzug und wirken beruhigend auf die zuletzt erhitzten
Börsengemüter. Das angeblich so riesige Handelsbilanzdefizit der USA
stört die selbst ernannten Währungsexperten auf einmal überhaupt nicht
mehr. Aus unserer Sicht kann man sich vortrefflich über die tatsächliche
Existenz dieses Defizits in einer globalisierten Welt streiten.
Zusätzlich konnte der Dollar von den Mittelzuflüssen in Folge des in den
USA gegenüber Europa herrschenden Zinsvorsprunges profitieren. Die warme
Jahreszeit sowie zuletzt höher als erwartet ausgefallene
Lagerbestandsdaten sorgten für Entspannung an den Ölmärkten.
Wieder einmal machen die
von uns „heiß geliebten“ Hedgefonds im negativen Sinne von sich Reden.
Dass dieses Mal ein prominenter Name in diesem Zusammenhang auftaucht,
sorgt für zusätzliche Brisanz. Mit einer Milliarde US Dollar soll das
größte deutsche Geldhaus beteiligt sein. Bis jetzt wird gerüchteweise
von einer Schieflage des betreffenden Hedgefonds gesprochen. In wie weit
es zum Kollaps kommen könnte und wie hoch die gesamten Engagements sind,
ist noch unklar. Wir können an dieser Stelle nur erneut darauf
hinweisen, dass diese Anlageform erhebliche und oft nicht
kontrollierbare Risiken mit sich bringt. |