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Impulse 2/2004

 

Aus unserem Archiv:
hier die Ausgabe vom März 2004

Der Start in das Börsenjahr 2004 ist ausgezeichnet geglückt. Trotz der gigantischen Kursgewinne im vergangenen Jahr konnte das erreichte Niveau verteidigt, beziehungsweise noch leicht ausgebaut werden. „ Schuld“ daran ist nach wie vor die enorme Liquidität sowie die niedrigen Zinssätze. Die Ergebnisse der Unternehmen zum vierten Quartal 2003 übertrafen in ihrer Gesamtheit die teils schon hoch gesteckten Erwartungen. Auch bei den Ausblicken stimmte das Bild. Was zusätzlich auffällt, ist die Tatsache, dass immer mehr so genannte Turnaround-Stories aufgehen. Hierbei handelt es sich um Unternehmen, die vor noch nicht all zu langer Zeit mit dem Rücken zur Wand standen und riesige Verluste „produzierten“. Durch drastische Kostensenkungen der Konzernlenker wurden die Schiffe wieder flott gemacht. Als Beispiel können die Netzwerk- bzw. Telekommunikationsausrüster Nortel Networks aus Kanada und Ericsson aus Schweden genannt werden. Investoren, die den Mut hatten sich in der schwierigsten Phase dieser Firmen einige Aktien ins Depot zu legen, freuen sich mittlerweile über Zuwächse von bis zu 1.000 Prozent in den letzten zwölf Monaten. Diese Neuigkeiten schaffen unter immer mehr Anlegern neues Vertrauen. Unterstützung erfahren die Börsianer zudem noch von höchster Stelle. Der für uns beste Notenbanker der Welt, Alan Greenspan, schaffte mit seinen Äußerungen zur weiteren Entwicklung der amerikanischen Konjunktur zusätzlichen Optimismus. Der Wirtschaftsaufschwung gewinnt immer mehr an Breite. Verschiedene Kennzahlen wie zum Beispiel die Einkaufsmanagerindizes bewegen sich auf höchstem Niveau. Damit dieser Sachverhalt an Stabilität gewinnt, wollen die amerikanischen Notenbanker die Zinsen auf absehbare Zeit in dieser Höhe beibehalten. Das Interesse für Aktienprodukte steigt. Die Anzahl der Käufer nimmt ständig zu. Dies ist aber immer noch ein Bruchteil im Vergleich zu Börsenhochzeiten. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass solange die Geldmengen wachsen und die Zinsen niedrig bleiben, der Zug noch nicht abgefahren ist. Eine Börsenaufwärtsentwicklung endet aus psychologischer Sicht immer mit Euphorie.
Von diesem Szenario sind wir noch meilenweit entfernt. Aus diesem Grunde sollten Aktienbestände weiter aufgebaut oder bei bestehenden Anlagen eine Qualitätsverbesserung durchgeführt werden. Diese Maßnahmen sollten sich selbstverständlich mittelfristig in einer Renditeverbesserung niederschlagen. Langlaufende festverzinsliche Wertpapiere (ab 4 Jahre) sollten Sie weiterhin meiden. Der spekulative Investor baut erste Dollarpositionen auf. An dieser Stelle werden wir nun etwas visionär und entführen Sie in das mögliche Wunderland der Nanotechnologie.

Das Wort NANO kommt aus dem Griechischen und bedeutet ins deutsche übersetzt - Zwerg. Zum Bereich Nanotechnologie werden Prozesse und Verfahren in der Größenordnung von einem millionstel Millimeter gezählt. Das verhält sich in etwa wie ein Fußball zu unserer Erde. Anders ausgedrückt, sollen mit dieser neuen Technologie auf molekularer und atomarer Ebene Veränderungen erzielt werden, die unser Leben in fast allen Bereichen revolutionär verändern könnten. Sie wird schon als Schlüsselindustrie des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Lassen Sie uns an dieser Stelle in die Zukunft schauen und träumen. Ihr Auto soll mit kratzfesten Lackierungen versehen werden. Mit dieser neuen „Haut“ werden Besuche in der Waschanlage überflüssig. Flugzeuge verbrauchen mit neuer Außenbeschichtung beim Start bis zu 40 Prozent weniger Treibstoff. Werkstoffe entstehen, die leicht sind wie eine Feder aber auch hart wie ein Diamant. Nanoroboter bewegen sich durch Ihren Körper und liefern in Echtzeit Ihrem Arzt alle relevanten Daten über Ihren Gesundheitszustand. Zusätzlich wandern sie zu kranken Organen und zerstören vor Ort zum Beispiel gefährliche Tumorerkrankungen Nebenwirkungen werden auf ein Minimum reduziert. Wir sind der Meinung, dass dieser Wandel ehe er im realen Leben stattfindet, seine Spuren an den Börsen hinterlassen wird. Die Euphorie des Internetbooms sollte locker in den Schatten gestellt werden. Allein Phantasie und Hoffnung auf das was Nanotechnologie ermöglichen kann wird die Kurse in atemberaubende Höhen treiben. Noch steckt diese Branche in den Kinderschuhen und es können Jahre vergehen, ehe von einer Etablierung in der Wirtschaft gesprochen werden kann. Das ist für den visionären Börsianer nebensächlich. Er muss von Anfang an dabei sein, viel Geduld und Risikobereitschaft mitbringen. Wer von Ihnen hätte nicht gerne von Beginn an eine Yahoo, Amazon oder Ebay im Depot gehabt. Mehrere tausend Prozent Kursgewinn waren möglich, wenn man lange genug durchgehalten hat. Selbstverständlich darf das Verkaufen nicht vergessen werden. Mit Aktienfonds oder Einzelwerten kann man sich jetzt schon positionieren.


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