Übersicht

 

Impulse 1/2006

 

Aus unserem Archiv:
hier die Ausgabe vom April 2006

Die Aufwärtsbewegung bei den Dividendentiteln setzte sich mit verstärkter Dynamik auch im ersten Quartal 2006 fort. Neben dem guten Abschneiden europäischer und asiatischer Aktien konnten endlich auch die amerikanischen Märkte Zugewinne verbuchen. Werte aus dem Technologiesektor zählten hier zu den Favoriten. Der robuste US-Dollar begünstigte seinerseits Investments in den Vereinigten Staaten. Nach wie vor präsentiert sich die amerikanische Wirtschaft überwiegend in einer glänzenden Verfassung. Am Arbeitsmarkt zeichnet sich immer noch eine Vollbeschäftigung ab, was neben der Rohstoffpreisentwicklung zusätzlich inflationstreibend wirkt. Dies wiederum ruft die ständige Wachsamkeit der amerikanischen Notenbank auf den Plan. Mittlerweile steht der Leitzins bei 4,5 Prozent. Das entspricht einer Vervierfachung vom historischen Tiefststand bei 1,00 Prozent. Bis jetzt haben die Wirtschaft und die Aktienmärkte diese Liquiditätsverknappung gut weggesteckt. Da Zinsveränderungen mit einer zeitlichen Verzögerung von ca. 12 Monaten ihre Wirksamkeit entfalten, rechnen wir erst in diesem Jahr mit den entsprechenden Folgen. Die oben angesprochenen Zinserhöhungen haben den Faktor Geld erheblich verteuert. Aus diesem Grunde wird weniger Geld bei den Zentralbanken nachgefragt. Das bremst auf der einen Seite das wirtschaftliche Wachstum, auf der anderen Seite aber auch die Nachfrage nach Aktien. Kursrückgänge an den Börsen werden das Ergebnis sein. Neben diesem Fakt spielt die Psychologie der Marktteilnehmer das entscheidende Moment. Euphorie und ein höheres Zinsniveau im Zusammenspiel bringen jeden Markt zum Kippen. Von grenzenloser Euphorie ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so viel zu spüren. Wir merken jedoch in unserer täglichen Arbeit, dass der Optimismus unter den Anlegern seit einigen Jahren einen neuerlichen Höhepunkt erreicht hat. Immerhin gehen über 60 Prozent der deutschen Anleger von einem weiteren Anstieg der Aktienkurse aus. Dabei ist zu bedenken, dass optimistische Investoren bereits engagiert sind und somit als zukünftige Käufer nicht mehr zur Verfügung stehen. Auf Grund dieser beiden dargestellten Faktoren empfehlen wir eine erste vorsichtige Reduzierung der Aktienquote auf dem aktuellen Niveau. Diese sollte sinnvoller Weise im ersten Schritt um ein Fünftel vorgenommen werden. Weitere Verringerungen der Aktienbestände sollten dann in den kommenden Monaten bei steigenden Kursen folgen. Mit dieser Vorgehensweise entgeht man dem Risiko, seine Aktienbestände im Ganzen zu früh oder zu spät zu verkaufen. Geduld und Nerven sind aber bei diesem Prozess besonders stark gefragt. Mit dieser Strategie für das Jahr 2006 sind wir uns bewusst, gegen den Strom zu schwimmen. Auf kurze Sicht, kann man damit falsch liegen. Schaut man über den Tellerrand hinaus und hat aus der vierhundertjährigen Börsengeschichte gelernt, ist dies der einzig optimale Weg. Ein gutes Beispiel stellt die letzte Hausse bis zum Jahr 2000 dar. Erfahrene Börsenprofis haben den Großteil ihrer Aktienbestände in dieser Phase bei DAX-Ständen von 7000 Punkten abgestoßen. Für ein Paar Monate, als der DAX noch auf über 8000 Punkte kletterte, stellten diese erfahrenen Hasen für die voll investierten Börsenlaien, die größten Idioten dar. Als der deutsche Aktienindex dann nur innerhalb von 2 ½ Jahren auf 2200 Punkte abstürzte, gingen sie als große Sieger hervor. Weitsicht und Erfahrung sind ungefährlicher, als der uneingeschränkte Wille bei den letzten Kurssteigerungen unbedingt noch dabei sein zu wollen. Es war, ist und bleibt eine Illusion den kompletten Aktienbestand zum Höchstkurs verkaufen zu können. Der einzig gangbare Weg ist der oben beschriebene.


Übersicht ] Bestellung ] News ] Lexikon ] Risikohinweise ] Vermögensentwicklung ]