Zu Beginn möchten wir Ihnen Gesundheit und persönliches Glück für das kommende Jahr wünschen. Uns liegt es am Herzen, dass die Menschen in Deutschland wieder mit mehr Optimismus und Zuversicht zur Tat schreiten und die vorhandenen Chancen in den nächsten zwölf Monaten nutzen. Jetzt wagen wir mit Ihnen gemeinsam einen kurzen Rückblick auf ein dramatisches Börsenjahr 2002. Die erwartete Erholung blieb aus. Vielmehr mussten wir nach zwei extrem schwachen Jahren weiterhin deutliche Verluste hinnehmen. Die hervorragende Ausstattung der Märkte mit Liquidität hat sich im Jahresverlauf ständig verbessert. Bei dieser für einen steigenden Aktienmarkt wichtigsten Komponente standen und stehen die Ampeln auf „Dunkelgrün“. Die psychologische Verfassung des Marktes, der zweite entscheidende Fakt, machte der Börse aber einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Aus diesem Grunde wurde das vorhandene Vermögen aus Aktien abgezogen und in sichere Anlageformen wie Geldmarkt-, Renten- und Immobilienfonds gepumpt. Wir hatten schon oft auf das im Vergleich spiegelbildliche Verhalten der Anleger im Jahre 1999/2000 hingewiesen. Verlässt auch noch die psychologische Ampel ihre Rotphase, wird an den Börsen mit steigenden Kursen zu rechnen sein. Diese zwei Hauptfaktoren bestimmten jeden Börsenzyklus in der Vergangenheit und das wird zukünftig nicht anders sein. Schauen wir nun kurz auf unseren heimischen Markt. Der Deutsche Aktienindex verlor mit minus 44 Prozent am stärksten im internationalen Vergleich. Keiner der 30 DAX – Mitglieder konnte die Pluszone erreichen. Die stabilste Entwicklung verzeichnete der Sportartikelhersteller Adidas-Salomon. Zu den stärksten Verlierern zählten Banken und Technologietitel. Das dritte Baissejahr in Folge besiegelte eine der schlechtesten Marktphasen seit 1929. Das soll als Jahresrückblick reichen. Das alljährliche Window-Dressing (Kurspflege) im Dezember blieb weitestgehend aus. Lediglich 10 Prozent konnte unser DAX sich zum Jahresende gegenüber seinen Tiefstständen behaupten. Die Investmentbranche war nicht bereit, sich durch Käufe eine hohe Messlatte zum 31.12.2002 für das kommende Jahr aufzuerlegen. Nun scheint es wesentlich einfacher, dieses verhältnismäßig niedrige Startniveau in 2003 zu schlagen. Zu dieser allgemeinen Lustlosigkeit haben Ende Dezember fehlende Unternehmensnachrichten und niedrige Börsenumsätze beigetragen. Dass der mächtigste Notenbanker der Welt, Alan Greenspan, die wirtschaftliche Entwicklung der USA das erste Mal nach langer Zeit optimistischer einschätzt, stellt für uns die wichtigste Information zum Jahresausklang dar. Tatsächlich wird dies immer wieder durch entsprechende Konjunkturzahlen untermauert. Wie Sie vielleicht wissen, sind sehr verlässliche Kenngrößen wie der Einkaufsmanagerindex so genannte vorlaufende Wirtschaftsindikatoren. Das bedeutet, dass deren Wirkung mit zeitlicher Verzögerung in der Realwirtschaft wirksam werden. Eine mögliche Erholung wurde allerdings durch die Zuspitzung im Irakkonflikt unterbunden. Dieses Thema wird uns im neuen Jahr genau so stark beschäftigen. Einen ersten wichtigen Termin stellt der 27. Januar dar, an dem die UN-Inspektoren den endgültigen Waffenbericht kommentieren. Die Schwankungsbreite des Marktes wird bis zu diesem Tag hoch bleiben, wobei wir auf die Auswirkungen einer militärischen Auseinandersetzung auf die Kursentwicklungen in den vergangenen Ausgaben ausführlich eingegangen sind. Diese belastenden außenpolitischen Faktoren finden durch starke Impulse aus der Innenpolitik einen gewissen Gegenpol. Die Regierung Bush plant umfangreiche Steuererleichterungen sowie wirtschaftsorientierte Ausgabenprogramme. Eine entsprechende Rede wird mit großer Spannung für Anfang Januar erwartet.
Durch die oben erwähnten Fakten wird unsere bereits in den letzten Monaten publizierte positive Grundeinstellung für Aktienengagements bestätigt. Es bleibt sinnvoll, eine Höhergewichtung zu Gunsten von Aktienanlagen vorzunehmen. Dabei bevorzugen wir Unternehmen aus zyklischen Branchen, die von einer Konjunkturerholung am stärksten profitieren (Chipindustrie, Software, Maschinenbau). Beim offensiven Investor dürfen dementsprechend Technologietitel nicht fehlen, die zweifelsohne den größten Hebel aufweisen. Das kommende Jahr hat gute Chancen, einen positiveren Abschluss als 2002 zu finden. |